02. November 2013: Refugees welcome! Nicht nur in Schneeberg! Eine Nachlese

Das Kooperationsgespräch….
…fand am 30. Oktober in den Räumlichkeiten des Landratsamtes des Erzgebirgskreises in Annaberg-Buchholz statt. Gleich elf Vertreter_innen und Vertreter unterschiedlichster Behörden nahmen am Tisch neben Vertreter_innen der Initiative Sächsischer Antira- und Antifa-Gruppen Platz. Sorgen bereitete die Vermutung, dass Fahrräder als Wurfgeschosse dienen könnten und das womöglich Aufkleber an Schildern angebracht werden könnten. „Kann ich den mit einer Spende für die Stadt rechnen?“, so der ebenfalls am Tisch sitzende Schneeberger Bürgermeister Stimpel. Auf das Versammlungsgesetz hingewiesen, welche keine Spende vorsieht, kam nur „Sie brauchen mich nicht über das Versammlungsgesetz belehren!“ zurück.

Der Auflagenbescheid…
…kam am 1. November am Vormittag beim Anwalt und dem Anmelder an. Nach einem Wiederspruch gegen diesen, musste das Verwaltungsgericht Chemnitz wegen mehreren sinnfreien Punkten angerufen werden. In vier von fünf angegriffenen Punkten wurde dem Anwalt des Anmelders recht gegeben. Ein erster Erfolg für die Initiative Sächsischer Antira- und Antifa-Gruppen.

Am 2. November….
…sammelten sich mehrere hunderte Menschen am Auftaktort der Demonstration. Insgesamt dürften es etwa 600 – 700 Anwesende gewesen sein. Sie folgten damit dem Aufruf, indem es unter anderem hieß:
Doch wir werden nicht tatenlos zusehen, weil wir nicht warten dürfen, bis sich das Unfassbare wiederholt. Weil wir nicht warten dürfen, bis die Rassist_innen ihren Worten Taten folgen lassen, und der Hass wieder in Gewalt umschlägt. In diesem Moment ist es die verdammte Pflicht eines jeden Menschen, der auch nur einen Funken Anstand in sich trägt, sich schützend vor jene zu stellen, die mit der Fackel bedroht werden. Und es ist unsere Pflicht all jene mit allen Mitteln in die Schranken zu weisen, die mit verachtenswertem Hass geistige oder tatsächliche Feuer legen. In Rackwitz. In Berlin-Hellersdorf. In Greiz. Und jetzt auch in Schneeberg!
Deshalb fordern wir die dezentrale Unterbringung aller Asylsuchenden und ein Bleiberecht für Alle! Die bundesweite Abschaffung der Residenzpflicht, des Arbeitsverbots und des Gutscheinzwangs. Ein Ende der Kriminalisierung von Antirassist_innen und der Solidaritätsarbeit. Eine deutliches Zeichen der Solidarität mit allen Geflüchteten und Schluss mit der rassistischen Hetze!“

Immer wieder versuchte die Polizei die Demonstration zu provozieren. Mal waren es angeblich zu lange Transparenttragestangen, mal zu lange Transparente. Die Polizei wollte das Laufen in Ketten untersagen und stoppte die Demo. Die Demo setzte sich durch.
Trotz einer Provokation von Faschisten am Rande der Demonstration, sie zeigten den Hitlergruß, verlief der Aufzug friedlich und setzte ein deutliches Zeichen der Solidarität mit den Geflüchteten.

Ein zweiter Erfolg für die Initiative Sächsischer Antira- und Antifa-Gruppen.

Die Forderung bleibt bestehen und ist weiterhin aktuell: „Deshalb fordern wir die dezentrale Unterbringung aller Asylsuchenden und ein Bleiberecht für Alle! Die bundesweite Abschaffung der Residenzpflicht, des Arbeitsverbots und des Gutscheinzwangs. Ein Ende der Kriminalisierung von Antirassist_innen und der Solidaritätsarbeit. Eine deutliches Zeichen der Solidarität mit allen Geflüchteten und Schluss mit der rassistischen Hetze!

131102-schneeberg-fronttranspi-web 131102-schneeberg-igm-web 131102-schneeberg-leider-wahr-web

weitere Medieninformationen zu Schneeberg
http://www.addn.me/antifa/antirassistische-demonstration-in-schneeberg/
http://www.mdr.de/sachsenspiegel/schneeberg-proteste100_zc-1b6dad2f_zs-c5332a56.html

Sachsenspiegel-Video: https://www.youtube.com/watch?v=gkBMsRsnBMQ&list=UUnZjjn8s8uD1X95CKjeh_7g

Spiegel-TV:
http://rtl-now.rtl.de/spiegel-tv/thema-ua-partnersuche-im-netz.php?container_id=142513&player=1&season=0

 

Der Artikel erschien in den „Antifaschistischen Nachrichten„, Ausgabe 23.

Die Kommentare sind geschlossen, aber trackbacks und Pingbacks sind gestattet.