Antwort bezugnehmend auf den Artikel „Wem gehört der 9. November?“

erschienen in der SZ, Lokalteil Zittau am 16.11.2012

Antifaschismus ist wichtig und richtig

Wenn Herr Pilz schreibt, „Antifaschismus ist nicht nur ein geschichtsvergessender Begriff aus DDR-Zeiten“, dann muss er sich vorhalten lassen, die Augen zu verschließen.
Nicht erst die Naziaufmärsche in Dresden, die glücklicherweise erfolgreich blockiert wurden und der Skandal in Hoyerswerda als die Polizei den von Nazis Bedrohten riet, aus der Stadt wegzugehen, zeigen, dass Antifaschismus auch heutzutage dringend notwendig ist.

Wahrscheinlich hat Pilz den Absatz „Aufstehen gegen Rechtsextremismus“ aus dem Bundestagswahlprogramm der Grünen 2009 vergessen, in dem es heisst: „Wir müssen ein gesellschaftliches Klima schaffen, das dem Rechtsextremismus den Boden entzieht. Wir müssen rechtsextremistische Propaganda und alle Formen von Rassismus und Antisemitismus ächten und mit allen rechtsstaatlichen Mitteln unterbinden.“
Und da er rechts mit links gleichsetzt, sei ihm seine Vergesslichkeit verziehen und der Hinweis gegeben, dass sogar die Bundespartei der Grünen sich zur Gleichsetzung und der dahintersteckenden Extremismustheorie wie folgt äußern: „Zum anderen ist die Gleichsetzungslogik von Rechts- und Linksextremismus inhaltlich nicht haltbar. Dass die Ablehnung von Menschenrechten und demokratischen Überzeugungen keine linken Grundideen sind, jedoch zum Standardprogramm aller nationalistischen und rassistischen Gruppen gehören, wird dabei genauso übersehen, wie die Tatsache, dass es seit der friedlichen Revolution in der ehemaligen DDR 1989 zwar fast 150 Todesopfer durch Neonazis gab, jedoch kein einziges durch „linke“ Gewalt registriert worden ist.“

Jens Thöricht
Zittauer Stadtrat der LINKEN

Hintergrund: Gedenken gestört – nicht wegsehen, sondern handeln!

Die Kommentare sind geschlossen, aber trackbacks und Pingbacks sind gestattet.