Betreiber der Frauenschutzwohnung gefunden! – Frauenschutz in Kreis Görlitz gesichert???

In seiner Sitzung am 14. November 2016 beschäftigte sich der Ausschuss Gesundheit und Soziales (AGS) des Kreistages Görlitz erneut mit der Thematik Frauenschutz.

Ab dem 01. Januar 2017 wird der Verein „Soziale Projekte Zittau e.V.“ die Frauenschutzwohnung in Zittau betreiben. Der Verein, bekundete als Einziger Interesse, zu den angebotenen Bedingungen die Aufgabe zu übernehmen, nachdem die Kreisverwaltung die Ausschreibung im Auftrage des AGS initiiert hatte. Auch wenn das Problem für die Kreisverwaltung damit gelöst scheint, bleiben viele Fragen offen.

Offene Fragen

Wie kann gesichert werden, dass die bisherige Qualität bei der Erfüllung Pflichtaufgabe des Gewaltschutzes für Frauen und Kinder gesichert ist?
Hat der neue Betreiber genügend Erfahrungen und Fachpersonal, um eine gute Betreuung von Frauen und Kindern, die einer Gewaltbeziehung entflohen sind, zu sichern und ihnen zu helfen?
Wie wird die Betreuung von Frauen und Kindern in der Stadt Görlitz und im Nordgebiet des Kreises gewährleistet?
Werden die vom Kreis zugesagten Mittel, die ja nur fließen, wenn die Frauenschutzwohnung belegt ist und auch dann nur für sozial bedürftige Frauen,  ausreichen, um alle Anforderungen zu erfüllen?
Werden die vom Land zur Verfügung stehenden Gelder auch vor Ort ankommen, obwohl der Einsatz einer Fachkraft, übrigens zu wesentlich niedrigerer Konditionen als z.B. in der Jugendhilfe, noch nicht abgesichert ist? Viele Fragezeichen, zu viele!

Die beiden bisherigen Betreiber der Frauenschutzeinrichtungen (Hillersche Villa gGmbH und die Stiftung der Diakonie-Sozialwerk Lausitz) haben nicht umsonst darauf verwiesen, dass zu den von der Kreisverwaltung angebotenen Konditionen die Erfüllung der Aufgaben nicht mehr zu erbringen ist.

Nicht sparen, sondern Frauen eine Lobby geben!

„Ich habe den Eindruck, dass erneut auf Kosten der Hilfebedürftigen und Schutzsuchenden gespart wird. Anstatt endlich auf eine auskömmliche Finanzierung der Kreise und Kommunen durch Bund und Land zu pochen, wird Flickschusterei für den Haushalt betrieben“, so der Zittauer Kreisrat und Ausschussmitglied Jens Hentschel-Thöricht (DIE LINKE).

Die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte der Linksfraktion im Sächsischen Landtag und selbst Kreisrätin Heiderose Gläß ergänzt: „Am 25. November findet erneut der internationale Aktionstag „Nein zu Gewalt an Frauen“ statt. Es ist Zeit, Frauenschutz als Pflichtaufgabe und nicht als Einsparmöglichkeit zu begreifen! Herr Landrat, geben Sie Frauen endlich eine Lobby!“

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