Dresden – der 13. Februar gehört nicht mehr den Nazis

Es ist gelungen. Am 69. Jahrestag der Bombardierung Dresdens konnten Geschichtsrevisionisten und Vertreter der Ideologie der Ungleichwertigkeit in Dresden keine koordinierte Aktion durchführen. Dank vieler Menschen, die aktiv in der Stadt unterwegs waren, gab es keine Demonstrationen und auch keine Kundgebung der Nazis. Somit ist der 13. Februar 2014 ein guter Tag für das Bündnis „Dresden Nazifrei“ gewesen.
Rico Gebhardt, Vorsitzender der LINKEN. Sachsen zu diesem Tag: Es war eine Niederlage für die Nazis, die erstmals seit vielen Jahren am 13. Februar in der sächsischen Landeshauptstadt in überhaupt keiner größeren Gruppenformation in Erscheinung getreten sind. Dies ist ein großer Erfolg für die Zivilgesellschaft, insbesondere für das Bündnis „Dresden Nazifrei“, das den Nazi-Spuk von den Straßen Dresdens verdrängt hat.

Gegen 15 Uhr setzte sich der Täterspurenmahngang mit über 2.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Bewegung. Der Sänger der „Prinzen“ Sebastian Krumbiegel erinnerte mit seiner Rede am Schützenplatz  an einen Überfall auf das Gewerkschaftshaus im Jahr 1933 durch die SA. Lothar König, Jugendpfarrer aus Jena,  sagte, „Nazis haben hier faktisch keinen Platz mehr“. Vor einer Erleichterung darüber warnte die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Dresden Nora Goldenbogen. Mehrere tausende Menschen sorgten bis zum Abend dafür, dass Nazis sich nicht versammeln konnten.
Silvio Lang, Sprecher von „Dresden Nazifrei“ kritisierte, dass sich einzelne Nazis in die Menschenkette einreihen konnten. Die Ordner hatten, die Anweisung, nichts dagegen zu unternehmen. Damit verliert die Menschenkette, welche ohnehin nur eine symbolische Aktion ist, ihre Wirkung.

Eingetrübt ist die Freude darüber, dass die Nazis am 13. Februar nichts zustande bekommen haben, da am Vortag etwa 350 Nazis durch Dresden marschieren konnten. Zwar gab es Blockaden, die jedoch von der Polizei geräumt werden konnten.

Dennoch: Dresden – der 13. Februar gehört nicht mehr den Nazis. Und dies war und ist das erklärte Ziel des Bündnisses „Dresden Nazifrei“.

Dieser Artikel erschien in den Antifaschistischen Nachrichten Nr. 4 / 2014

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