Frauen und Frieden – 100 Jahre Frauen-Friedenskampf

Mit einer Lesung aus den Texten von Bertha von Suttner, Clara Zetkin und Rosa Luxemburg erinnerte das Team vom Infoladen Zittau gemeinsam mit der LINKEN am 9. März 2015 an mutige Frauen, die alle Kriege entschieden abgelehnt haben, egal wo und von wem sie geführt wurden. Beide betonten, dass ihre Forderungen nach der Ächtung militärischer Konflikte und dem Verbot von Waffenproduktion und Waffenexport erschreckend aktuell sind.

Jens Thöricht, Vorsitzender der Fraktion der LINKEN im Stadtrat Zittau, machte in seiner kurzen Ansprache deutlich, dass der 8. März seit 1911 das Symbol für den Kampf zur Befreiung der Frau, gegen strukturelle Unterdrückung, ökonomische Ausbeutung, sexualisierte Gewalt und patriarchale Rollenbilder ist. Weltweit kämpfen Frauen für ihre Rechte und Befreiung.
Nach wie vor sind wir mit dem Versprechen konfrontiert, dass Männer und Frauen in der BRD gleichberechtigt sind und dieselben Zugangschancen zu Beruf, Bildung und Politik haben. In unserem Lebensalltag müssen wir jedoch feststellen, dass es noch immer gravierende Unterschiede gibt. Trotzdem werden die strukturellen Bedingungen und die Machtverhältnisse nicht betrachtet. Feministische Kritik wird heutzutage nach wie vor als trocken, veraltet, und unnötig abgetan. Für uns ist sie jedoch weiterhin brandaktuell und notwendig. Für eine feministische Perspektive!
Viele Frauen arbeiten in unsicheren Beschäftigungsverhältnissen, im Niedriglohnsektor oder in sogenannten Frauenberufen. Deshalb sind sie auch besonders betroffen von Altersarmut und dem zunehmenden Abbau des Sozialstaates. Das führt dazu, dass sie oftmals noch immer in Abhängigkeit von Männern leben müssen. So übernehmen Frauen in Sozial-, Erziehungs- und Pflegeberufen für Menschen notwendige Aufgaben wie die Versorgung und Erziehung von Kindern oder die Pflege von Alten und Kranken und sie werden gleichzeitig schlecht entlohnt. Wir fordern eine Aufwertung dieser Berufe und ihre Anerkennung als einen wichtigen Grundpfeiler dieser Gesellschaft.

Blumen zum Frauentag?

Vielerorts ist der Frauentag zu einer Mischung aus Valentins- und Muttertag verkommen. Dabei gibt es noch viel zu tun in Sachen Gleichberechtigung – und das weltweit. Frauentag, da mahnen Politiker Gleichberechtigung an, Blumen werden verteilt. Ist das der Wunsch von Clara Zetkin gewesen, als sie den Internationalen Frauentag vor 105 Jahren ins Leben rief? Sind die Forderungen nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit, nach sozialer Sicherung von Frauen, nach gleichen Bildungs- und Ausbildungschancen, nach politischer Gleichberechtigung noch aktuelle Forderungen?

Ich denke schon. Meine Meinung wird durch den jüngsten Report des Weltwirtschaftsforums zur Gleichberechtigung der Geschlechter bestätigt. In dem Bericht wird untersucht, wie es weltweit um Rechte und Schutz von Frauen bestellt ist. Lesotho in Afrika macht es Deutschland vor. Trotz 65 Prozent Analphabetentum, können dort mehr Frauen als Männer lesen und schreiben. Das Land, in dem es keine Ungleichheiten bei Bildung und Gesundheit gibt, ist auf Platz 8 im weltweiten Ranking. Deutschland liegt auf Platz 9.

Kämpfen wir

Lasst uns gemeinsam für eine Gesellschaft streiten, in der Menschen jenseits von Ausbeutungs- und Unterdrückungsverhältnissen leben können. In der Menschen nicht nach ökonomischer Verwertbarkeit eingeteilt werden. In der alle Menschen jenseits von Kategorien wie Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft, Gesundheit, Alter und Sexualität frei leben können.

Im Anschluss hörten wir Texte von Bertha von Suttner, Clara Zetkin und Rosa Luxemburg – diese haben an Aktualität nicht verloren.

Dank an die AG Lisa Oberlausitz für diesen tollen Nachmittag.

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