Fremdenfeindliche Hetze in sozialen Netzwerken

1.700 weitere Asylsuchende werden in Sachsen von den Behörden bis zum Jahresende erwartet. Laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge werden im Jahr 2013 insgesamt etwa 5.800 Flüchtlinge im Freistaat erwartet. Meist werden die Menschen, die vor Verfolgung und Krieg geflohen sind, in Heimen untergebracht. Da Sachsen eine dezentrale Unterbringung für Asylsuchende nicht konsequent umsetzt, werden bestehende Heime ausgebaut und neue geschaffen.

Dagegen regt sich in Teilen der Gesellschaft Widerstand. Eine Verbreitung der fremdenfeindlichen und rassistischen Äußerungen gegen die Flüchtlinge und deren Unterbringung erfolgt meist in sozialen Netzwerken. Facebook ist dabei nur ein Beispiel.
Die mittlerweile bekannteste Gruppe, die sich gegen die Unterbringung von Flüchtlingen vor Ort einsetzt, dürfte „Schneeberg wehrt sich“ sein. Mittlerweile hat sie 3.606 Mitglieder. Über diese wurde bereits zweimal für einen „Lichtlauf“ geworben. Bei diesem handelt es sich um einen Fackelumzug, angemeldet von einem lokalen NPD-Funktionär. An diesem nahmen am 2. November 2013 über 1.500 Menschen teil. Zwei Wochen zuvor waren es bereits 1.000.
Doch auch im ostsächsischen Raum gibt es Nachahmer. So wurde die Facebookgruppe „Bautzen wehrt sich gegen Asylmissbrauch“ am 30. Oktober 2013 gegründet und hat bereits 2.393 „Gefällt mir“ Klicks.
Fünf Tage zuvor wurde die Gruppe „Nein zum Heim in Hoyerswerda“ gegründet. 1.841 „Gefällt mir“ Angaben hat diese Gruppe bereits.

Menschen, die sich gegen die Hetze in letztgenannter Gruppe engagieren und sich für Menschlichkeit einsetzen, wurden bereits bedroht. Wenn die Nachwende-Geschichte von Hoyerswerda betrachtet wird, wird automatisch an die rassistischen Pogrome von 1991 gedacht. Damals wurde Asylsuchende unter Beifall des deutschen Mobs aus der Stadt gejagt. Die Angst, die in den Worten einer Bedrohten mitschwingt, ist also nicht unbegründet. Sie schreibt: „Sollten mir also in der nächsten Zeit irgendwelche merkwürdigen Unfälle passieren, dann möchte ich, daß Ihr wißt, warum das so ist: Weil ich mich in einer Zeit furchtbarer Kriege und extremer Ausbeutung für Menschlichkeit, Solidarität und Schutz von Flüchtlingen einsetze.“
Doch sie lässt sich nicht einschüchtern und sucht sich Verbündete. Menschen, die sich mit ihr gemeinsam für ein friedliches Miteinander, für Toleranz und Respekt einsetzen. Und es zeigt Wirkung.  In der virtuellen Gruppe „PRO ASYL in Hoyerswerda“ wird sich darüber ausgetauscht, wie Rassismus und Fremdenfeindlichkeit entgegengewirkt werden kann. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Initiativen beginnt erst.

vernetzung

 

 

 

 

 

 

Ein viel versprechender Anfang für eine andere Asylpolitik, für einen friedvollen und toleranten Umgang aller Menschen.

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