Gedenken gestört – nicht wegsehen, sondern handeln!

Am 9. November fand am ehemaligen Standort der jüdischen Synagoge in Zittau eine Gedenkkundgebung anlässlich des 74. Jahrestages der Reichspogromnacht statt. Diese wurde anfänglich durch circa 15 Vertreter der extremen Rechten gestört.
Unter ihnen befand sich neben Vertretern der NPD auch S. G., der im Jahr 2010 wegen der Beihilfe zur Brandstiftung auf das Oppacher Asylsuchendenheim  eine Gefängnisstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, verurteilt wurde.

„Die Störung des Gedenkens, augenscheinlich angeführt durch Vertreter der NPD, verurteile ich zutiefst. Es zeigt, dass die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus insbesondere den Holocaust  scheinbar die extreme Rechte stört. Deshalb lade ich Stadträte der demokratischen Parteien, Vereine und Initiativen ein, nein fordere ich dazu auf, trotz aller Differenzen gemeinsam das Engagement gegen die extreme Rechte zu verstärken.“, so Jens Thöricht, Stadtrat der LINKEN.

Seine Rede anlässlich des Gedenkens schloss Thöricht, nachdem die Rechten abgezogen waren, mit den Worten: „Dann müssen wir denen die Stirn bieten und laut „Nein“ sagen. Denn das ist doch die eigentliche Lehre, die wir aus dem 9. November 1938 ziehen sollten. Eigentlich wollte ich mit den Worten „Wehret den Anfängen!“ schließen. Doch ich glaube dafür ist es zu spät. Gerade auch unter den Eindrücken des heutigen Abends ist daher mein Apell: Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus.“.

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