Israelkonferenz in Zittau

Vom 9.  bis zum 11. November 2018 fand in Zittau eine langgeplante Israelkonferenz statt. Veranstaltet wurde diese durch die Evangelische Allianz Zittau. Ziel war es, den Menschen in unserer Region jüdisches Leben – auch in Zittau sowie die Geschichte und Bedeutung näherzubringen.

Gedenken an die Opfer der Shoa

Am 9. November – den Gedenktag an die Opfer der Shoa fand 18 Uhr ein Gedenkgottesdienst in der Zittauer Marienkirche statt. Anschließend hielt der Zittauer Oberbürgermeister mahnende Worte an der Gedenktafel der ehemaligen Zittauer Synagoge. Etwa 60 Menschen nahmen daran teil und machten deutlich, dass derartige Verbrechen nie wieder geschehen dürfen.

Am darauffolgenden Tag sprach ich in meiner Funktion als stellvertretender Oberbürgermeister vor den Gästen der Israelkonferenz auf dem Zittauer Marktplatz. In dieser ging ich auf den 70. Jahrestag der Gründung Israels ein.

Sie geschah rund fünfzig Jahre nach dem ersten zionistischen Weltkongress und gut drei Jahre nach der Befreiung des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Mit der Unabhängigkeitserklärung definierte Israel sich als „Heimstätte der Jüdinnen und Juden mit gleichen Rechten für alle Bürgerinnen und Bürger“ ohne Unterschied von Religion, Rasse und Geschlecht und reichte seinen Nachbarn „zum Frieden und zu guter Nachbarschaft“ die Hand.
…Dass Antisemitismus und Israelfeindschaft in Deutschland heute wieder zunehmen, ist deshalb ein besonderer Grund zur Sorge. Ich verurteile  diese Entwicklungen auf das Schärfste.

Die Verantwortung für die industrielle Vernichtung der europäischen Juden und das auch daraus abgeleitete Bekenntnis zum Schutz der Würde aller Menschen unabhängig von ihrer Religion und Herkunft ist ein Teil des deutschen Selbstverständnisses, mit dem sich auch diejenigen auseinandersetzen müssen, die lange nach der Befreiung

vom Nationalsozialismus hier geboren wurden oder nach Deutschland gekommen sind. Dazu gehört auch die historische Verantwortung für die Existenz und die Sicherheit Israels.

…Für mich und sicherlich für uns alle ist nicht nur in diesem feierlichen Moment die Vertiefung der deutsch-israelischen Beziehungen ein zentrales Anliegen. Wir unterstreichen, dass das Existenzrecht und die Sicherheit Israels auf der Grundlage der Grenzen von 1967 für uns nicht verhandelbar sind.

Mitarbeiter der Hillerschen Villa führten die Interessierten anschließend zu Orten des jüdischen Lebens in Zittau. Das ganze Jahr über erinnern auch die Stolpersteine an dieses.

Ein besonderer Höhepunkt der Israelkonferenz war für mich persönlich der Abend. Im Christlichen Gemeindezentrum Elim gab sich Küf Kaufmann die Ehre. Er las aus seinem Buch „Wodka ist immer koscher“ und nahm die Anwesenden mit in den jüdischen Humor. Umrahmt von Klezmer-Musik, dargeboten durch Familie Mudrich war dies ein sehr gelungener Abend.

Am Sonntag berichtete der Theologe und Journalist Johannes Gerloff über aktuelles aus Israel und dem nahen Osten. Die Israelkonferenz endete mit einem Gottesdienst.

Ich kann mich bei den Veranstaltern für die Organisation und Durchführung dieser Israelkonferenz nur sehr herzlich bedanken. Sie hat mich bewegt, zum nachdenken gebracht und auch Freude bereitet.

Shalom

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