Nicht lange fackeln – Nazis blockieren!

von Jens Thöricht

Unter diesem Titel hat das Bündnis „Nazifrei! – Dresden stellt sich quer“ einen Aufruf verfasst, der wie der Titel es schon erahnen lässt, das Vorhaben am 13. Februar in Dresden deutlich benennt. Wenn Vertreter der Ideologie der Ungleichwertigkeit, alte und neue Nazis, Geschichtsrevisionisten und Revanchisten in Dresden ihren sogenannten „Trauermarsch“ abhalten wollen, wird dieser Marsch wie in den letzten Jahren durch viele Menschen blockiert werden.

Mit einer Aktivierungskonferenz startete das nun verstärkt regional aufgestellte Bündnis „Nazifrei! – Dresden stellt sich quer“ am 12. Oktober 2012 die Mobilisierungskampagne für den Februar 2013. Der Pressesprecher von „Dresden-nazifrei“ Silvio Lang fasst die Konferenz mit den Worten zusammen: „Wir betrachten die Aktivierungskonferenz als Auftakt für die Kampagne 2013 und bereiten uns bereits jetzt auf alle möglichen Szenarien vor. Wir laden besonders die Menschen in und um Dresden ein, bei dem geplanten Naziaufmarsch im Februar 2013 mit uns gemeinsam auf die Straße zu gehen und diesen zu blockieren.

Aus dem Aufruf:
Auch nach den erfolgreichen Blockaden der letzten Jahre gilt es weiterhin, aufmerksam zu bleiben. Das Bündnis „Nazifrei! – Dresden stellt sich quer“, wird wieder einschreiten, falls Nazis am 13. Februar 2013 erneut versuchen, die NS-Geschichte zu verklären. Bisher wurden die Kampagnen umfassend europaweit unterstützt. 2013 liegt die Verantwortung mehr denn je in Dresden. Unsere Strategie bleibt dabei das Erfolgskonzept der Blockade. Umfragen (DNN, 19.6.12) zeigen: Die große Mehrheit der Stadtbevölkerung befürwortet es, wenn wir Nazis in Dresden blockieren.

Fasst Mut: Stellen wir uns gegen Rassismus und Geschichtsrevisionismus! Stoppen wir die Nazis in dieser Stadt weiterhin gemeinsam!

Dem großen Engagement tausender Antifaschist_innen steht bis heute staatliche Repression entgegen. Immer noch laufen Ermittlungs-  und Gerichtsverfahren, noch immer werden neue Strafbefehle erstellt. Diese Kriminalisierung erwächst aus der Extremismusdoktrin, welche antifaschistisches Engagement mit Naziaktivitäten gleichsetzt. Diese Ideologie ist umso skandalöser vor dem Hintergrund des Versagens des sogenannten Verfassungsschutzes und weiterer staatlicher Institutionen. Antifaschismus dürfen wir nicht dem Staat überlassen! Wir [das Bündnis] stehen weiterhin zusammen gegen jeden Versuch autoritärer Einschüchterung.

Sagen, was man tut und tun, was man sagt – dadurch war das Handeln des Bündnisses „Nazifrei! – Dresden stellt sich quer“ die letzten Jahre geprägt. Dabei bleibt es! Wir wollen auch im Februar 2013 jeden Aufmarschversuch der Nazis blockieren. Von uns wird dabei keine Eskalation ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die das Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern. „Unsere Vielfalt ist unsere Stärke“ – das war unser Credo der letzten Jahre. Dabei bleibt es! Und es bleibt auch dabei: Ziviler Ungehorsam ist unser Recht, Blockaden sind legitim. Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“

SPENDET! Erfolgreiche Blockaden und staatliche Repressionen kosten Geld. Daher die Bitte an Alle, die das Anliegen und die Arbeit des Bündnis „Nazifrei! – Dresden stellt sich quer“ finanziell unterstützen wollen und können, spendet an:
Empfänger: Bund der Antifaschisten e.V. / Konto: 7431721010 / BLZ: 85095004 /
Volksbank-Raiffeisenbank Meißen / Kennwort: Dresden Nazifrei

Dieser Artikel erschien in den Antifaschistischen Nachrichten, Ausgabe 24, November 2012

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