Wir sind gern Bedenkenträger

Thomas Krusekopf und Jens Thöricht, stellvertretende Oberbürgermeister von Zittau, mahnen in Bezug auf die Übernahme der Klosterkirche in das Eigentum der Stadt Zittau Vernunft und Realitätssinn an

Sinkende Einnahmen im Haushalt im Millionenbereich erfordern Einschnitte in den sogenannten freiwilligen Aufgaben der Stadt Zittau. Finanzielle Mittel für Vereinsförderung, Sport und Kultur stehen auf dem Prüfstand und werden voraussichtlich sinken. In den Schulen und Kindertagesstätten fehlen Gelder für Sanierung und Reparaturen.

Die Mehrheit des Stadtrates eint dennoch der Wunsch, dass die Zittauer Epitaphien im Rahmen der Reformationsausstellung im Jahr 2017 und darüber hinaus präsentiert werden.

Thomas Krusekopf erklärt dazu: Mit Vernunft und Realitätssinn muss nun überlegt werden, wie dies gewährleistet werden kann. Eine Belastung des städtischen Haushaltes ist nicht tragbar, wenn zeitgleich Gelder für kommunale Pflichtaufgaben wie Schulen und Kindertagesstätten fehlen.

„Die Ausstattung und Sicherheit der Kinder ist sicherlich gewichtiger als die Übernahme der Klosterkirche in das Eigentum der Stadt oder die Ausstattung einer eventuellen Stiftung mit Kapital“ ergänzt Jens Thöricht.

Eine Stiftung wie von den Fraktionen CDU und FB, FuW, FDP vorgeschlagen, kann ein richtiger Weg sein, sollte jedoch zeitgleich wirtschaftliche Überlegungen beinhalten. Neben der Ausstattung der Stiftung, muss der zu erwartenden Kostenrahmen zumindest skizziert und bei einem momentan auf 2,641 Mio. EUR bezifferten Defizit im Stadthaushalt mit Einsparungen an anderen Stellen unterlegt werden. Bei Übernahme der Klosterkirche in das städtische Eigentum könnten jährliche Kosten von 50-70 TEUR auf die Stadt Zittau zukommen.

Für diese Überlegung braucht es Zeit. Beschlussvorlagen über die der Stadtrat abstimmen soll, diese aber nicht mal in der Verwaltung abgestimmt wurden, wenige Tage vor einer erbetenen Entscheidung vorzulegen, lehnen wir mit aller Vehemenz ab.

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