Zittau – barrierefrei?

Am 19. Mai 2015 lud Jens Thöricht, zweiter stellvertretender Oberbürgermeister der Stadt Zittau, zu einem Stadtspaziergang der besonderen Art ein. Bei diesem ging es um die Frage „Barrierefreiheit in der Kommune – Wo besteht noch Handlungsbedarf, was muss sich ändern?“.

Fußgängerampel an der Weberkirche (Ring, Äußere Weberstraße). Hier fragt sich nicht nur der Thöricht begleitende Rollstuhlfahrer, warum der Taster für die Ampel in Richtung Straße zeigt. Ist es nicht logischer, dieser würde in Richtung der Fußgänger weisen?
In der Inneren Weberstraße sorgten Aufsteller vor Geschäften dafür, dass eine Mutti mit ihrem Kinderwagen entweder auf die Straße ausweicht oder sehen muss, wie sie daran vorbeikommt. Hier kann sicherlich im Gespräch mit den Handeltreibenden eine Lösung gefunden werden.
An der Ecke Frauenstraße – Brüderstraße gibt es eine Sichteinschränkung. Bei der Überquerung der Brüderstraße in Richtung Neustadt, können Menschen, die mit Kinderwagen unterwegs sind, die Brüderstraße nicht einsehen. Erst wenn der Kinderwagen auf der Straße steht, können sich nähernde Autos wahrgenommen werden. Ein Spiegel am Gebäude des „Schuhhofes“ kann das Problem lösen.
Warum auf dem Gehweg Reitbahnstraße eine Kante ist, konnte vor Ort nicht erklärt werden. Tatsache ist, dass diese Rollstuhlfahrende hindert.
An der Ecke Böhmische Straße – Markt ist das gleiche Problem, wie an der Ecke Frauenstraße – Brüderstraße. Die Sicht auf den Verkehr ist erst gegeben, wenn man sich auf der Fahrbahn befindet. Auch hier könnte mit einem Spiegel, am Gebäude der Volksbank, Abhilfe geschaffen werden.
Aber nicht nur derartige Barrieren fielen während des Rundganges auf. Wenn Rollstuhlfahrer in die Post gelangen wollen, ist vor den Stufen kein Hinweisschild auf eine Klingel zu finden. Dieses gibt es neben dem Briefmarkenautomaten, jedoch ist es gut versteckt. Thöricht wird die Post bitten, ein auf die Klingel hinweisendes Schild am Eingang anzubringen.
Dass sich Menschen im Rollstuhl bei der Überquerung des Töpferberges in Richtung Morawekstraße überlegen müssen, wann ein Auto kommt, ist sicherlich nicht im Sinne des Erfinders. Ein Schild versperrt die Sicht auf den Verkehr, hier muss eine Lösung gefunden werden.
Nach 90 Minuten endete der Rundgang an der öffentlichen Toilette am Weberspielplatz. Für Rollstuhlfahrende ist es mühsam, die Türe zu öffnen. Die Türklinke befindet sich zu weit oben, die Türe ist schwer. Auch ist der Kleiderhaken im Inneren zu weit oben angebracht. Die fehlende Haltestange sollte dringend ersetzt werden.

Barrieren, die es abzubauen gilt. Denn gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention sind Voraussetzungen zu schaffen, die es behinderten Menschen ermöglichen, gleichberechtigt und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Hierzu gehören beispielsweise auch barrierefreie Zugänge zu öffentlichen Einrichtungen und dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

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